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27.02.2018, 12:46 Uhr
Notarztversorgung im Südkreis Cloppenburg
Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Hans Götting teilt mit, dass die Fraktion für die Sitzung des Kreisausschusses am 06.03.2018 beantragt habe, den Notarzt-Standort (NEF) im Krankenhaus Löningen umfänglich mit einem 24 Stunden Dienst (7 Tage in der Woche) aufrechtzuerhalten. Hierfür sollen die erforderlichen Mittel in den Haushalt der nächsten drei Jahre eingestellt werden. Nach jetzigem Kenntnisstand wird mit jährlichen Kosten von bis zu 180.000,- € gerechnet. Ferner wird die Verwaltung des Landkreises Cloppenburg beauftragt, mit der Leitung des Deutschen Roten Kreuzes in Cloppenburg ein telemedizinisches, in Echtzeit arbeitendes Kommunikationssystem mit den drei Krankenhäusern aufzubauen. Dies mit dem Ziel, kreisweit unnötige Einsätze der Notärzte zu vermeiden und die Reaktionszeit des Rettungssystems bis zur Gabe von lebensrettenden Medikamenten und anderen Maßnahmen durch fachlich ausgebildete Rettungssanitäter entscheidend zu verkürzen. Gleichzeitig soll die Verwaltung mit dem DRK prüfen, ob die Anzahl der Rettungswachen im Kreisgebiet erhöht werden muss.
Kreistagsfraktionsvorsitzender Hans Götting
Landkreis Cloppenburg - Alle Bürger und Besucher im Landkreis haben Anspruch auf eine optimale und schnelle Erstversorgung im medizinischen Notfall. Die Versorgung im LK Cloppenburg ist aktuell auf einem hohen Stand. Die drohende Einsparung der Notärztlichen Versorgung im Südkreis durch die Lehrwache des DRK in Löningen und durch das Krankenhaus Löningen muss Anlass sein, das Versorgungskonzept im Kreis Cloppenburg auch unter Nutzung zukunftsweisender Technik und neuer medizinischer Arbeitsteilung als optimal zu erhalten. Dies insbesondere auf dem Hintergrund vordergründiger Kostendiskussionen und dem Rückgang der Arztdichte im ländlichen Raum.

Die rechtlichen Vorgaben zur Einrichtung und Sicherstellung des Rettungsdienstes sind eine wichtige Orientierung für die Frage möglicher juristischer Auseinandersetzungen im Sinne einer Einsatzkritik nach Notfällen. Diese Vorgaben definieren den Mindeststandard und können durch zurückgehende Einsatzzahlen die bisherigen Kostenträger indirekt entlasten.

Wünschenswert ist die Intensität und Qualität der Versorgung deutlich über dem Mindeststandard zu halten. Dabei ist zu bedenken, dass bis zu 40% aller Notarzteinsätze im Nachhinein sich als nicht erforderlich erweisen und Ressourcen so falsch zum Einsatz kommen. Eine Neuorientierung des Notarztwesens im Kreis Cloppenburg ist erforderlich. Um die Qualität der Erstversorgung und Schnelligkeit in allen Fällen fachlich optimiert zu verbessern, wurde durch das DRK in Cloppenburg ein intensives Programm zur Schulung von nichtärztlichen Mitarbeitern - also Sanitätern - durchgeführt und seit Jahren bereits gezielt aufgebaut. Mittlerweile sind von 40 von 50 Planstellen des DRK bereits mit entsprechend geprüften Fachkräften besetzt. Diese Fachleute dürfen im Notfall - im Gegensatz zu früher - lebensrettende Medikamente auch intravenös spritzen darunter auch Betäubungsmittel. Damit wird sichergestellt, dass in den entscheidenden ersten Minuten - in denen laut Rettungsdienstgesetz der Notarzt noch gar nicht vor Ort sein muss - eine erste oft lebensrettende Maßnahme oder Injektion, auch ohne anwesenden Notarzt, sofort erfolgen kann. Dieses System ist bereits etabliert. Mit der Landesärztekammer Niedersachsen ist
mittlerweile die Verwendung von 25 Medikamenten durch diese fachliche geprüften Sanitäter abgesprochen, ohne dass in jedem Fall eine Rücksprache mit einem Notarzt vor Ort zu erfolgen hat.

Über eine ständig sichergestellte Datenverbindungen kann bereits heute z.B. ein frisch abgeleitetes EKG bei einem Herzinfarkt an einen befundenden Arzt im Krankenhaus Cloppenburg weitergeleitet werden. Ziel ist es, diese Kommunikation weiter auszubauen. Die telemedizinische Referenzierung der Sanitäter bei einem Arzt im Krankenhaus Cloppenburg soll sicherstellen, dass die betroffenen Bürger und Besucher im Landkreis auf eine ärztliche Supervision in Echtzeit nicht verzichten müssen - bei gleichzeitiger entscheidender Verbesserung der Reaktionszeiten im lebensrettenden Rettungseinsatz vor Ort.

Auf der Basis einer stringenten Kommunikation mit dem Krankenhausarzt (24h) soll diese Versorgung in den nächsten drei Jahren kreisweit eingesetzt werden mit dem Ziel: erstens die Anzahl der notärztlichen Fehleinsätze zu reduzieren und zweitens eine schnellere Erstbehandlung vor Ort zu erreichen. Da aktuell im Landkreis 4 DRK - Rettungswachen vorgehalten werden, ist durch die Verwaltung und das DRK zu prüfen, ob diese - mit weiterer Umstellung auf die Erstbehandlung durch Rettungssanitäter - vermehrt werden müssen.

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